![]() |
|||||
|
|
|||||
|
Das Reich der Pharaonen Das Hauptgewölbe im Obergeschoß ist wie das innere eines Pharaonengrabes gestaltet. An den Seitenwänden sind die wichtigsten Gottheiten dargestellt. Ein besonders schönes Stück ist die Statuette der Göttin Selket an der Stirnseite. Das Original gehört zum Grabschatz des Tut-anch-Amun.
Die anschließenden Raume sind verschiedenen Epochen gewidmet. In Raum 8 ist das Alte Reich (um 2686- 2181 v. Chr.) mit der Erfindung der Schrift als einem der Schwerpunkte dargestellt. Schon vor mehr als 10.000 Jahren wurde das Niltal besiedelt, da es durch die jährlichen Überschwemmungen äußerst fruchtbar war. Der Überfluß an Lebensmitteln ermöglichte den Menschen, sich auch mit geistigen Dingen zu beschäftigen. Zwangsläufig erforderte die Verwaltung und Verteilung des Lebens- mittelüberschusses schon vor 3000 v. Chr. die Erfindung der Schrift und ihre Weiterentwicklung. Nur mit Hilfe der Schreiber konnten die Gottkönige und Priester regieren. So entstand im fruchtbaren Niltal eine der ältesten Bürokratien der Welt. Die Hieroglyphen wurden durch den genialen Franzosen Champollion mit Hilfe des Steins von Rosette entziffert. Als wichtige Persönlichkeiten des Staates ließen sich viele Schreiber in Stein verewigen. Der Ibis und der Pavian waren ihre heiligen Tiere und Symbole des Gottes Thot, des Erfinders der Schrift.
Nach Beendigung der Reichseinigungszeit (3100 - 2686 v. Chr.) beginnt mit der 3 . Dynastie das Alte Reich. Damals ließen sich die Gottkönige gigantische Pyramiden als Grabstätten errichten. In deren Umgebung gab es auch für Priester und Prominente Wohnungen für die Ewigkeit- die Mastabas. Aus diesen Gräbern stammen die ausgestellten Steinfiguren, die das Fortleben nach dem Tode garantieren sollten. Sie stellen den Verstorbenen dar oder seine Diener, wie den Bierbrauer (Vitrine 2) oder die kornmahlende Magd (Vitrine 3), die für das leibliche Wohlergehen im Jenseits sorgen sollten. In Ägypten gab es schon vor über 5000 Jahren verschiedene Biersorten und 42 Brot- und Kuchensorten!
Raum 9 umspannt Mittleres und Neues Reich. Den Schwerpunkt bildet hier Echnaton und die Amarna- Zeit. Mit dem Neuen Reich erlangt Ägypten unter Thutmosis III. seine größte Ausdehnung bis an den Euphrat und steigt nun zur Weltmacht auf. Amenophis IV., der sich später in Echnaton umbenannte, versuchte die erste Eingott- Religion der Menschheit durchzusetzen: Die alleinige Verehrung des lebenspendenden Sonnengottes Aton. Er ließ die neue Hauptstadt Achet- Aton nahe dem heutigen Tell-el-Amarna erbauen. Er ermunterte die Bildhauer zu eigenen künstlerischen Ideen und zu realistischer Kunstauffassung. Mit seiner schönen Gemahlin Nofretete hatte er 5 Töchter. Nach 17 Jahren scheiterte er jedoch am Widerstand der Priesterschaft und des Volkes. Sein Name wurde von den Nachfolgern ausgelöscht. Seine kurze Regierungszeit, die Amarnazeit, zeigt uns allerdings, zu welch großartigen künstlerischen Leistungen die gut geschulten Handwerker damals fähig waren.
In Raum 10 sehen Sie einige besonders schöne Stücke aus dem Grabschatz des Tut-anch-Amun. Außerdem Statuetten und Reliefs aus der Zeit des Neues Reiches (bis 1085 v. Chr.) sowie Spätzeit (-332 v. Chr.) und Ptolemäerzeit. Nach Echnatons Tod kam Tut-anch-Amun achtjährig an die Regierung. Er kehrte in die alte Hauptstadt Theben zurück und schwor dem ketzerischen Irrglauben des Echnaton ab. Vermutlich wurde er deshalb, als er schon mit 17 Jahren als völlig unbekannter König starb, so überaus prunkvoll begraben.
Bei den meisten Gegenständen der Spätzeit und der Ptolemäerzeit - nach der kampflosen Eroberung Ägyptens durch Alexander d. Gr. - handelt es sich um Kultgegenstände, die von reichen Ägyptern in einem der vielen Tempel dargebracht wurden! Aus der Spätzeit sind viele Bildhauermodelle erhalten geblieben, die nebst Vorlagebüchern zur Ausbildung junger Handwerker an Tempelschulen dienten. Sie waren von Meisterhand als Vorlagen geschaffen worden.
|
|||||
|
Home | Info | Rundgang | Schätze für die Ewigkeit (ägyptische Abteilung) | Reinhard Schmid's Tarot | Rudolf Schmid | Grab des Nakht | Shop | Am wundervollsten aber ist der Mensch (griechische Abteilung) | Wir würden uns freuen, wenn Sie uns Ihre Anregungen und Kommentare schicken!
|
|||||